Kirchweihfahrt der Senioren am 11.10.

Geologie und Burggeschichte spielten bei der Kirchweihfahrt der Senioren eine wichtige Rolle. Mit 43 Personen im Bus, unter Leitung von Gaby Narozny, wurde die Reisegruppe am frühen Nachmittag im neuen 4-Sterne Hotel Aribo in Erbendorf zu Kaffee, Kirwakuchen und Kücheln erwartet. Gut gestärkt und gut gelaunt ging es weiter in das nahegelegene Geo-Zentrum an der kontinentalen Tiefbohrung. Hier nahm Herr Haberkorn die Senioren in Empfang und führte über 1 Stunde mit viel Fachwissen durch die Ausstellungsräume. Er erklärte zu Beginn, die im Oktober 1990 durchgeführte Hauptbohrung am Standort Windischeschenbach bis in 9101 Meter Tiefe- das tiefste Loch der Welt. Durch diese Bohrung wollten die Geowissenschaftler Grundlagenforschung und Erdbebenforschung betreiben und Erdwärme und Bodenschätze aufspüren. Ganz interessant war für die Reisegruppe zu hören, dass man sich als Bohrungsstandort für Windischeschenbach entschied, da hier wichtige geologische Grundlagen vorhanden sind. Vor 350 Millionen Jahren stießen zwei Kontinentalplatten zusammen, so dass Gebirge in der Höhe des Himalaja-Gebirges entstanden und als »Reste« aus dieser Kollision der Oberpfälzer Wald, Bayerische Wald, Steinwald und die Rhön entstanden sind. Auch wurde den Berichten und dem Kartenmaterial über die Aufzeichnung des aktuellen Erdbebens in Mexiko viel Beachtung geschenkt. Ein Seismograph vor Ort zeichnet Erdbeben in der ganzen Welt auf. Im Filmsaal sah man die kurze Dokumentation »Expedition Erde«, die verschiedenen Arten von Vulkanen wurden in der Ausstellung gezeigt sowie Bohrer und Bohrproben. Einige Senioren wagten sich zum Ende der Führung auf den Erdbebensimulator und wurden etwas durchgeschüttelt. Mit vielen Informationen ging es weiter durch die herbstliche Landschaft zum nächsten Ziel, der Burg Falkenberg.

In zwei Gruppen mit Burgführern erkundeten die Ausflügler die hoch über der Waldnaab gelegene Burg Falkenberg. Sie wurde im 12. Jahrhundert erstmals urkundlich erwähnt und war bis 2009 bewohnt. Die Burggeschichte erklärten die Führer ausführlich vor den Senioren, viele Besitzer wechselten sich ab: die Leuchtenberger, das Kloster Waldsassen, das Königreich Bayern ab 1803 und Graf von der Schulenburg, der die Burg, die teilweise abgetragen wurde, erwarb und von 1936-1939 aufbauen ließ. Ein anschaulicher Film zeigte den Besuchern den Lebensweg von Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg. Als deutscher Botschafter u.a. in Moskau, Rumänien, Iran und dem Nahen Osten wollte er seinen Lebensabend auf der Burg verbringen. Ab 1943 schloss er sich dem Widerstand gegen Hitler an und wurde nach dem gescheiterten Attentat gegen Hitler im Juli 1944 wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. Im November 1944 starb er im Gefängnis Berlin- Plötzensee. 2008 erwarb die Gemeinde Falkenberg die Burg und ließ sie grundlegend sanieren. Jetzt präsentiert sich die Burg den Senioren in neuem Glanz, sogar ein Aufzug wurde eingebaut und für Gäste stehen komfortable Hotelzimmer, eine Burgkapelle (für Trauungen) sowie ein Rittersaal und verschiedene Säle als Tagungsräume und für Feierlichkeiten zur Verfügung. Zu besichtigen gab es auch die Ausstellung mit Fotos von Graf von der Schulenburg und persönliche Gegenstände aus seinem Leben.

Nach den vielen Eindrücken war eine Einkehr im Gasthof »Zum Goldenen Stern« am Marktplatz in Falkenberg willkommen. Bei verschiedenen guten Brotzeiten ließen die Senioren den Tag gemütlich ausklingen.






Bilder und Text: Gaby Narozny
15. Oktober 2017