Amnesty International Weiden zu Gast bei KAB St. Konrad

Veit Wagner, der Sprecher der Amnesty International (ai), berichtete zusammen mit Waltraud Jäger und Bernhard Filchner bei der KAB St. Konrad über die Arbeit von ai weltweit (mit mehr als 3 Millionen Mitglieder oder UnterstützerInnen in über 150 Ländern und Regionen) und im Besonderen von der Gruppe Weiden

Im Mai 1961 veröffentlichte der Rechtsanwalt Peter Benenson den Artikel „The Forgotten Prisoners“ in der britischen Wochenzeitung ’The Observer’ – der Startschuss für ai. Am Ende desselben Jahres gab es bereits Sektionen in Westdeutschland, Großbritannien, Irland, den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Schweden, Norwegen Australien und den USA.
Die Arbeitsgebiete seien die Betreuung sog. Gewissensgefangener, Antifolterkampagnen, Aktionen gegen die Todesstrafe, der Schutz von Flüchtlingen, die Aufklärung des Schicksals Verschwundener, der Einsatz für Menschenrechtsverteidiger u. a.! 1977 bekam ai sogar den Friedensnobelpreis.
Die Arbeit in Weiden intern und extern – mit ca. 10 Aktiven, befasse sich mit Fallbearbeitungen, Öffentlichkeitsarbeit, Informationsständen mit Aktionen, der Sammlung von Unterschriften, Ausstellungen, Benefizkonzerten, Geldbeschaffungsaktionen, Filmen und Diskussionen, Menschenrechtserziehung in Schulen und Mitarbeiterschulungen.
Die größte „Waffe“ von ai sei die Öffentlichkeitsarbeit in den Medien und in den Köpfen. Denn „nichts fürchten die Verantwortlichen mehr, als dass ihre Verletzungen der Menschenrechte ans Licht der Öffentlichkeit gezerrt würden.“
Dazu habe man z.B. die Aktion ’4-pro-Jahr’ entwickelt: schon über 200 Menschen schreiben 4x jährlich bereits vorformulierte Briefe.
Briefe, in denen Gerechtigkeit für akut gefährdete Menschen erbeten/gefordert werde. Auch in der Regionalbibliothek Weiden würden dazu aktuelle/akute Briefvorlagen aufgelegt. Denn Niemand darf der Folter oder grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe unterworfen werden.
Die Weidener Gruppe wurde 1978 gegründet und habe seit dem 11 Einzelfälle bearbeitet.
Augenblickliche Aktionen seien die Betreuung des Falls Halil Savda, Türkei; die Petitionen ’Rote Karte für Polizeigewalt in der Ukraine’ und ’Hände hoch für Waffenkontrollen’.
Wer mehr über das Wirken von ai und der Gruppe Weiden erfahren möchte, kann das z.B. im Internet, unter http://www.amnesty-weiden.de/ nachlesen.
Während und nach den Einzelvorträgen gingen die Referenten auf Fragen der zahlreichen Besucher ein.

KAB Vorsitzender Herbert Dietz bedankte sich dafür und stellte fest, das man bislang viel zu wenig über die Arbeit von ai gewusst habe und sagte:
„Das hat sich nun geändert und die von Ihnen mitgebrachten Briefe werden wir bei einer der nächsten Veranstaltungen der KAB St. Konrad vorstellen und unterschrieben abschicken.

Text und Bilder: Johannes Zierock, Schriftführer und Pressebeauftragter
16. Juli 2012