KAB: Referat A. Ernstberger 'Wie politisch darf/muss Kirche sein?' - 12.09.2012

Die Christen und die Kirche müssen auf die Politik einwirken, damit eine Gesellschaft entsteht, in welcher der Mensch im Mittelpunkt steht.

Wie politisch darf/muss die Kirche sein?
Mit diesem Thema setzte sich Alfons Ernstberger aus Weiden in der Monatsversammlung der KAB St. Konrad auseinander.

Vielfach werde die Meinung vertreten, die Kirche solle sich nicht in Angelegenheiten einmischen, die sie nichts angingen. Sie solle sich vielmehr auf ihre pastoralen Aufgaben beschränken, und das Evangelium verkünden. Doch Kirche ist in ihrem Wesen missionarisch, so der Referent. Sie dürfe nicht allein unter sich bleiben. Papst Johannes Paul II. sagte: »Die Kirche muss den Weg des Menschen gehen. Das Evangelium bietet Grundsätze und Leitgedanken für eine menschenwürdige Gesellschaftsordnung. Es gehe also um die Verantwortung des Glaubens in den politischen Strukturen unserer Gesellschaft. Hier könne die Kirche als gesellschaftspolitische Institution angesehen werden. Alfons Ernstberger hielt fest, dass für uns als Christen das Menschenbild gelte, das uns Jesus gegeben habe. Deshalb sei es unsere Aufgabe als Christen in unserer Gesellschaft, die unverletzliche Würde des Menschen als Ebenbild Gottes zu verteidigen und zu fördern. Wenn wir uns für Menschenrechte, für soziale Gerechtigkeit einsetzen, dann tun wir dies im religiösen Sendeauftrag des Evangeliums und nicht auf Grund eines politischen Anspruches, so Alfons Ernstberger. Wir sind verpflichtet uns als Christen für diejenigen einzusetzen, die am Rande der Gesellschaft stehen. Heute sind dies die Familien, die Arbeitslosen, die Ungeborenen, die Asylsuchenden, die Frauen, die Pflegebedürftigen, die Schwachen. Das von den Mitgliedern und Gästen sehr interessiert aufgenommene Referat zeigte einmal mehr, wie wichtig es ist, dass solche Fragen zur Diskussion gestellt werden.Abschließend bemerkte Ernstberger; Es wäre eine große Revolution wenn die Christen ihr Christsein vollständig verwirklichen würden. Der KAB-Vorsitzende Herbert Ditz bedankte sich bei Alfons Ernstberger für den aufschlußreichen Vortrag.

Text und Bild: Bernhard Gröbner
26. September 2012